By Armin Pfahl-Traughber

Diese Darstellung entlang der historischen Entwicklung fragt danach, inwieweit von einer ständigen Präsenz des Antisemitismus in Deutschland gesprochen werden kann und in welcher shape er sich ggf. bezogen auf Inhalte und Zielsetzungen äußerte. Die Hauptkapitel behandeln Begründungen und Folgen des Antisemitismus in Deutschland in den Epochen: christliches Mittelalter und frühe Neuzeit - Neuzeit - Deutsches Kaiserreich - Weimarer Republik - ,Drittes Reich' - Deutschland nach 1945.

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Hierzu gehörte der starke konservative Teil der Staatsbürokratie, der sich gegen die Aufhebung der restriktiven Judenordnungen richtete und darin ein Einfallstor für revolutionäre Veränderungen wie in Frankreich sah. Der überwiegend konservative gutsbesitzende Adel wandte sich ebenfalls gegen Maßnahmen der »Judenemanzipation« wie die Aufhebung des Verbotes für den Erwerb von ländlichem Grund und Boden, fürchtete er doch den Verlust von sozialen und ökonomischen Privilegien. Auf ähnlichen Konkurrenzängsten basierte häufig die antisemitische Einstellung von Bauern, Gewerbetreibenden, Handwerkern und Kaufleuten, die sich in militanter Form artikulierte.

Sie gestatteten, das Eigentum ermordeter Juden in öffentlichen Besitz zu überführen, jüdische Forderungen bei christlichen Schuldnern aufzuheben oder hohe »Geldbußen« für die »Ermordung christlicher Kinder« zu erheben. Selbst Maßnahmen zum Schutz der Juden führten zu ihrer Benachteiligung: Den Pogromen folgten Erlasse zu Schutz- und Sonderrechten für Juden, wofür sie Abgaben zahlen mussten. So bestärkte man ihre gesellschaftliche Außenseiterrolle. 30 Pogrome gegen die Juden zur Zeit der Pestepidemie im 14.

Die Antisemitismusforscher Werner Bergmann und Rainer Erb bemerken dazu: »Im Alltag von Städten und kleinen Gemeinden lassen sich Widerstand gegen die rechtliche Gleichstellung der Juden, massive Behinderung des Zuzugs, Vertreibungsforderungen, Morddrohungen und tätliche Angriffe auf Sachen und Personen nachweisen, die zumeist von konkreten wirtschaftlichen und sozialen Interessen motiviert waren, in denen jedoch auch tradierte Vorurteile und allgemeine ideologische Vorstellungen über die Rolle der Juden in einem >christlich-deutschen Staat< zum Tragen kamen.

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